29.08.2026 von Claudia Ochsenbein
Das diesjährige Ehrenmitgliedertreffen des RTVSU führte die Teilnehmenden in die Kulturfabrik Kofmehl – und damit an einen Ort, an dem sich Kultur, Geschichte und unzählige Geschichten hinter den Kulissen verbinden.
Bei einem spannenden Blick hinter die Kulissen durfte einer nicht fehlen: Pipo Kofmehl. Mit viel Insiderwissen wusste er über die Entstehung des Kofmehl, den späteren Bau und den Umzug in den neuen «Rostwürfel» zu erzählen. Dabei kamen auch so manche Anekdoten ans Licht, die für Schmunzeln sorgten.Denn im Kofmehl ist einiges los. Neben Konzerten finden hier Discos, Lesungen, Filmnächte, Kleinkunst- und Comedyanlässe, Workshops, Fussballübertragungen, Politpodien und Theatervorführungen statt. Rund 200 Veranstaltungen pro Jahr sorgen dafür, dass das Kofmehl lebt – und zwar für ein Publikum jeden Alters.Erstaunt waren viele über die zahlreichen Räumlichkeiten, die sich im auf den ersten Blick eher schlichten «Rostwürfel» verstecken. Hinter den Mauern verbirgt sich eine erstaunlich vielseitige Infrastruktur, die für die unterschiedlichsten Veranstaltungen genutzt werden kann.Doch ein Kulturhaus dieser Grösse bringt auch immer wieder neue Herausforderungen mit sich. Sei es durch bauliche Anpassungen, gesetzliche Vorgaben oder gesellschaftliche Veränderungen. Auch der technische Fortschritt machte vor der Kulturfabrik nicht Halt: Von Faxgeräten bis hin zur künstlichen Intelligenz hat sich vieles verändert. Das Kofmehl ist deshalb ständig im Wandel – ganz im Sinne des Grundsatzes: Es muss leben.Wäsche waschen statt wilde PartysAuch im Backstagebereich gab es viel Spannendes zu entdecken und zu hören. Dabei zeigte sich, dass sich auch das Leben der Künstlerinnen und Künstler im Laufe der Zeit verändert hat.Statt wilder Partys nach dem Konzert wird heute die Möglichkeit sehr geschätzt, sich zurückzuziehen, etwas Ruhe zu finden und «herunterzufahren». Ganz oben auf der Wunschliste steht der Zugang zum Internet – und natürlich darf auch die Möglichkeit nicht fehlen, die Wäsche zu waschen.Der Rundgang vermittelte eindrücklich, wie viel Arbeit, Improvisation, Technik und Herzblut hinter den Veranstaltungen steckt. Das Kofmehl ist weit mehr als ein Veranstaltungsort: Es ist ein lebendiger Kulturbetrieb, der sich ständig verändert, sich neuen Herausforderungen stellt und gerade dadurch immer wieder neu zum Leben erwacht.