Solothurner Turnverband
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Berichte des Tages

von Therese Suter
14. Juli 2011

Aktionen
Die Gymnaestrada lebt von vielen Aktionen, seien diese geplant oder unvorbereitet. Neben dem "Flashmob Dance" und dem Weltrekordversuch an den Schaukelringen gab es am Donnerstagmittag Punkt 12.00 Uhr eine spontane Aktion der Schweizer. Unter dem Codewort "Freeze" blieben alle – oder zumindest ein Grossteil – der Schweizer Teilnehmer wie angewurzelt stehen und harrten in dieser Stellung zwei Minuten aus. Dies führte bei den andern Gymnastraedisten teilweise zu verdutzten Gesichtern, Staunen, Gelächter sowie grosser Heiterkeit und Reaktionen.

Ungewöhnlich Dinge - der "Gymnaestrada Flashmob dance"
Gemäss Wikipedia bezeichnet Flashmob "einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer persönlich nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun". Das Gymnaestrada OK veröffentlichte dazu schon vor Monaten ein "Gymnaestrada Flashmob dance" Instruktions-Video auf ihrer Homepage. Die Gymnastiksequenz war kurz und einfach zu erlernen. Immer wenn in Lausanne der Gymnaestrada-Song "Meet the Magic" ertönte, taten die Turnenden aus allen Ländern ungewöhnliche Dinge: sie zeigten den "Gymnaestrada Flashmob dance".

Freundschaft und Fröhlichkeit
Legendär ist an der Gymnaestrada nebst den Vorstellungen auch die Freundschaft und Fröhlichkeit über alle Landesgrenzen und Kontinente hinweg. Das gemeinsame Hobby Turnen verbindet die Kulturen. Hoch im Kurs ist auch das sogenannte "Changen", der Tauschhandel der offiziellen Bekleidungsstücke. Schon bald laufen Chinesen mit einem Schweizer Hut durchs Gelände oder eine Schweizer Turnerin trägt ein Brasilianisches T-Shirt.
Oft trifft man auch die Teilnehmer in geselliger Runde, wo auch mal trockener Humor nicht fehlt. So gab ein Solothurner Turner zum Besten, dass "beim Auftritt der Griechen die Zuschauer nicht Plüschtiere und Rosen auf die Bühne warfen, sondern ihre Geldbeutel". Gelächter und Schmunzeln geht durch die Reihen und die Fröhlichkeit nimmt seinen Lauf.

Lausanner Durstlöscher
Darf ich mich kurz vorstellen? Mein Name ist Eau du Robinet und stehe seit ein paar Tagen hinter dem Stadion Pontaise. Genau genommen bin ich ein Angestellter der Stadt Lausanne für die Sommermonate. Heute herrscht rund um mich eine unheimliche Hektik und ich bin stark gefordert. Damit ich meine Aufgaben wahrnehmen kann, arbeite ich mit voller Kraft, damit meine edle Flüssigkeit schön frisch bleibt. Wenn ich jedoch in die fröhlichen und zufriedenen Gesichter vor meinen drei "Anlegestellen" schaue, verrichte ich diese Kühlarbeiten gerne. Auf der andern Seite bin ich froh, nicht alleine zu sein. Ich habe noch 47 Brüdern und Schwestern, die verteilt in der ganzen Stadt die gleichen Aufgaben übernommen haben wie ich. Wie ich von ihnen gehört habe, wurden auch sie die letzten Tage von tausenden von Sportlern und Volontären belagert. Es ist unsere Aufgabe, für die bei den Teilnehmern der Gymnaestrada, das heisst weit über 20'000, in Einsatz gebrachten Thermosflaschen immer frisches und kühles Wasser zur Verfügung zu stellen.

Schattenwährung
Die Gymnaestrada ist nicht nur ein Sportfest der Superlative, sondern hat auch ihre eigene Währung. Wer auf dem Gym-naestradagelände Essen oder Trinken kaufen will, bezahlt nicht mit dem harten Schweizer Franken, sondern mit orangen Marken mit dem Nennwert von jeweils einem Franken. Ohne diese Marken läuft gar nicht und sind in dieser Woche die inoffizielle Schattenwährung in Lausanne.

Unterstützung für die Solothurner
Die Solothurner dürfen jeweils auf die Unterstützung einer treuen Fangemeinde zählen. Nicht nur wenn die Gymnaestrada in der Schweiz ist, sondern auch bei weiter entfernen Veranstaltungsorten wird die SOTV Truppe begleitet.
Auch diesmal begleiten 46 Supporter währen vier Tagen die Solothurner. Tag für Tag pendeln sie mit dem Bus von Bulle, wo sie Übernachten, nach Lausanne um ihre Turnerinnen und Turner anzufeuern.

Berichterstatter im Regen
"Haben sie verschlafen, Ihre Kollegen sind schon auf dem Weg zum Festgelände" wurde ich heute Morgen begrüsst. Zuerst ein Blick auf die Uhr, dann den Sonnenstand abgewogen und die letzten Terminabsprachen von gestern Abend nochmals ins Gedächtnis geholt: der vereinbarte Treffpunkt zum Frühstück ist doch eigentlich erst in 10 Minuten! Nun fühlte ich mich wie gestern bei der Akkreditierung, als wir vom OK im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen gelassen wurden! Ich stand im Frühstücksraum des Hotels und fühlte mich "Kevin allein Zuhause"; auf mich alleine gestellt.
Ein kurzes SMS löste dann das Rätsel: die Kollegen wurden kurzfristig für einen nicht vorgesehenen Einsatz aufgeboten. In letzter Minute stellten die Programmverantwortlichen fest, dass die benötigte Sprossenwand für die Vorführung von "Dance and Climb" nicht in die vorgesehene Halle 1 aufgestellt werden kann. Der Eingang ist um einige Centimeter zu wenig hoch, damit die Geräte hinein gefahren werden können! Nun war das OK gefordert, denn es musste eine Ersatzlösung gefunden werden, was aber bei über 1'800 Vorführungen der 55 teilnehmenden Nationen kein Klecks war. Aber wo ein Wille, ist auch ein Weg. Zusammen mit den Gruppenverantwortlichen konnte eine neue Halle und auch neue Vorführzeigen gefunden werden. Dies war gestern Abend kurz vor Mitternacht der Fall. Die gleiche Flexibilität wurde von den Teilnehmenden Turnerinnen und Turnern erwartet, war doch nun der erste Auftritt bereits um 9 Uhr wie geplant am Mittag um 12 Uhr!
Nachdem diese neuen Aspekte klar waren, stand auch ich nicht mehr im Regen, sondern genoss ein Frühstück ohne schlechtes Gewissen. Das einzige was micht etwas traurig stimmt; ich habe die Vorführung von "Dance and Climb" verpasst.

Alterskontrolle
Der Missbrauch von Alkohol liegt den Organisatoren in Lausanne am Herzen. Aus diesem Grund wird bei minderjährigen Teilnehmern auf der Akkreditierung zusätzlich ein Smiley aufgedruckt.
Bei den Teilnehmern aus Canada ist aber irgendwas falsch gelaufen. Dort haben nicht die Minderjährigen den Smiley aufgedruckt, sondern die Erwachsenen. Diese haben nun ein Problem, wenn sie ein Bier bestellen wollen!

Sprossenwand – Ding allen Übels
Im selben Block der SOTV-Bühnenvorführung "Dance & Climb" startete eine Gruppe aus dem Kanton Aargau mit einer Vorführung an der schwedischen Sprossenwand. Bereits im Herbst 2010 erkundigte sich deren Leiter Christian Braun direkt vor Ort bezüglich der Hallengrösse. Damals wurde das okay gegeben, so dass der Aufführung nichts im Wege stand. Am Eröffnungstag der Gymnaestrada stellte sich aber heraus dass die besagte Halle 5 zu niedrig ist um mit der Sprossenwand hineinzufahren. Kann nun die Vorführung wie geplant stattfinden? Muss der Aargauer Teil aus der Bühnenvorführung ausgebaut werden? Der Frust der Leiter und auch der Teilnehmenden war vorerst gross. Nach einer Sonderaktion konnte die Vorführung in eine andere Halle verschoben werden. Die Startzeit von 09.00 Uhr (geplant war ursprünglich 12.00 Uhr) war nun etwas ungünstig zumal die angereisten Supporter diese Planänderung z.T. gar noch nicht mitbekommen haben.

Malmöflickorna, ein "must see"!
Wenn sich eine Halle bereits eine Stunde vor Vorstellungsbeginn bis auf den letzten Platz füllt, dann steht fast mit Sicherheit "Malmöflickorna, the girls from Malmö" im Programmheft. Gymnastikvorführungen auf allerhöchstem Niveau und unzählige fliegende Bälle entschädigen die Zuschauer für ihr geduldiges Ausharren. Seit 1961 sind die Girls an jeder Gymnaestrada dabei und dabei immer als eine der besten Gruppen betitelt worden. Ihre über 1700 Auftritte in 35 Ländern der Welt zeugen von der grossen Perfektion und Beliebtheit der Schweden-Girls – ein must see!

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